Auch am Abschlusstag bleibt es spannend im Fightclub

Im Schlagabtausch »China vs. Deutschland« stoßen viele Gegensätze aufeinander: kultureller Art, im Hinblick auf Entscheidungsfindungen oder auch die unterschiedlichen Entwicklungsgeschwindigkeiten in der Technologie. Trägt man in China praktisch kein Bargeld mehr mit sich, weil auch die Tasse Kaffee mit einer App auf dem Smartphone bezahlt wird, ist das in Deutschland (Stand heute) überhaupt nicht vorstellbar. Geht es um ein Projekt, werden in Deutschland erst einmal Angebote eingeholt, während ich China schon gebaut wird. Geht es aber um das Thema »Qualität«, so hat die planvolle und hinterfragte Vorgehensweise deutscher Firmen klare Vorteile – zukunftsfähige und nachhaltige Produkte sind das Ergebnis. Die Chance, die in diesen Gegensätzen liegt, ist einmal mehr, voneinander zu lernen und gemeinsam erfolgreich(er) zu sein. Dies gilt um so mehr, als dass die Welt heutzutage logistisch gesehen das vielzitierte Dorf ist. Mit dem Flugzeug ist die kleinteilige Ware in wenigen Stunden, Industrieprodukte in nur drei Wochen auf dem Schienenweg in Europa. »Zusammenarbeit«, so Thomas Nolting, Geschäftsführer IAIT, und Wei Wei von den LogisticsNetwork Consultans übereinstimmend, »ist für den Welthandel längst keine Kür mehr, sondern die absolute Pflicht.«

Auch in der IT-Welt zählen Grenzen schon längst nicht mehr. »Ein quasi unhackbares – und deshalb in der Zukunft kaum verzichtbares – System zur Datenspeicherung wird die Blockchain sein.«, so Ralf Garben, Inhaber von data-at-work, »Die Daten eines Unternehmens werden in Datenbanken auf weltweit verstreuten Servern in aufeinander aufbauenden Einzelteilen geschrieben, und sind so praktisch unveränderbar.« Darauf angesprochen, ob es sich hierbei nicht um eines der disruptiven Geschäftsmodelle handelt, weil ja regionale Cloudlösungen somit überflüssig wären, antwortete Garben: »Ich sehe das nicht als zerstörerisch, ich sehe das als Evolution. Es hat schon immer Entwicklungen gegeben, die bestehende Geschäftsmodelle überflüssig gemacht haben. Ob man das gut findet oder nicht, ist nicht relevant – diese Entwicklungen lassen sich nicht aufhalten. Das bedeutet für unsere Unternehmen: wer sich nicht anpasst und in der Entwicklung mitmacht, wird es zunehmend schwer haben.«

Olaf Krause, Geschäftsführer der Logiline-Gruppe und Mitinitiator wollte von Manfred Kutzinski (Direktor CeMAT) wissen, wie denn seine Einschätzung zum Erfolg der Messe und des Fightclubs im Besonderen ist. »Außerordentlich positiv!«, so die Antwort von Kutzinski. »Beteiligte und Besucher fanden genau die (vermeintliche) Polarisierung von Standpunkten spannend. Erst durch den Versuch, im Fight die Zuhörer für die eigenen Argumente zu gewinnen, wurde klar, dass es nur ein Miteinander geben kann.« Und damit trifft Kutzinski den Nagel auf den Kopf: Gewinner gibt es nur, wenn wir gemeinsam an zukunftsfähigen Lösungen für unsere (Welt-)wirtschaft arbeiten.

Gemeinsam kamen die Initiatoren des Fightclubs zu dem Resultat: das war erst der Anfang – der Fightclub wird fortgeführt. Wir dürfen gespannt bleiben.

 

Impressionen vom Freitag:

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